HexenHurenHenkerII

Band II der Hexen, Huren und Henker aus Wismar3bsw

 

Was macht ein Historiker und Stadtarchivar, wenn er ganz aus Versehen zu viel recherchiert hat, um nur ein Buch zu füllen? Ganz genau, er bringt einen zweiten Teil heraus.

So hat das Dr. Nils Jörn mit seinen „Hexen, Huren und Henkern“ gehandhabt. „Sie werden viele neue Geschichten zu lesen bekommen, teilweise von alten Bekannten wie dem Scharfrichter Carl Jeltzer und seiner Familie. Dazu neue Charaktere mit Potential wie der Amtmann Jörns in seinem Kampf gegen eine vorbestrafte Hexe“, erzählt der Historiker. Er hat in historischen Gerichtsurteilen des Wismarer Tribunals – dem höchsten Gericht der schwedischen Besatzungen auf deutschem Gebiet – einiges über Hexen, Huren und Henker in Wismar und der Umgebung gefunden. „Die Henker der Stadt waren fleißige Burschen und haben überreichlich Spuren hinterlassen“, so Nils Jörn. „Und die Huren? Um die muss einem in Wismar nicht bange sein. Sie winkten der ersten Kogge zu, die hier anlegen wollte und sie werden dem letzten Fahrgastschiff hinterherwinken, wenn diese Stadt einmal geräumt werden muss.“ Nur die Hexen, die waren in Wismar recht zurück haltend.

Der Historiker erzählt von einer Witwe mit drei Kindern am Spiegelberg, der Hehlerei und Hurerei vorgeworfen wurden. Dazu von einer jungen Soldatenhure, die ihre Kinder aussetzen musste und dann selbst der Stadt verwiesen wurde. Ernste Geschichten aus der Wismarer Schwedenzeit, die meist alles andere außer rosig war. Dazu auch amüsantes, im unterhaltsamen Stil von Nils Jörn erzählt. Beispielsweise rechnet er genau vor, wie Frau mit der Vermietung einer Bude in der Wallstraße an entsprechende Mädchen ein schnelles Vermögen machen könnte. Wie viele Freier pro Tag, wie viele Arbeitstage im Jahr, solange kein Tripper oder ähnlich unangenehmes im Weg stand. Der Plan ging, soviel darf jetzt schon verraten werden, nicht auf.

Nils Jörn verrät dafür die „Wismarer Verkehrsregeln“ von 1880. Dass es dabei nicht um die Frage ging, welche Kutsche wann Vorfahrt hatte, sollte angesichts des Buchtitels klar sein. So war es diesen Frauen beispielsweise verboten, „Männer außerhalb oder innerhalb der Wohnungen durch Worte, Wincke oder Zeichen oder andere Kundgebungen anzulocken, auffällig aus dem Fenster zu sehen oder in auffälliger oder gar unanständiger Toilette vor den Fenstern sich blicken zu lassen.“ Jörn schreibt vom Hotel Stadt Hamburg als „Sündenpfuhl Wismars“, recht "aktuell" aus der Akte zum „Entzug der Schrankkonzession“ aus dem Jahre 1952.

 

Gespickt mit aktuellen Wismarfotos und heißen Szenenfotos von Hexen, Huren und Henkern in Wismar erscheint das Buch im Rahmen der Reihe des Archivvereins. Dank Druckkostenspende der Firma HW Leasing – das Wismarer Unternehmen hatte auch schon für den ersten Band gespendet – kommt der Erlös des Buches direkt dem Archivverein und damit der Restaurierung historischer Urkunden aus dem Stadtarchiv zugute. Zu erwerben wie immer im Wismarer Buchhandel oder direkt im Archiv.

Das Buch kostet 10 Euro.

Wendebuch

Wismarer Wendegeschichte (n) Titel

 

Band 4 der Schriftenreihe der Freunde und Förderer des Archivs der Hansestadt Wismar ist erschienen. Nicole Hollatz - Vereinsvorsitzende und freie Journalistin - schreibt über Wismarer Wendegeschichte(n).

 

"Der Herbst 1989 in und um Wismar. Manch einer hat den Mut, eine Kerze ins Fenster zu stellen. Ein sichtbares Zeichen der Unterstützung. Aus den Kerzen Einzelner, aus den wenigen, die sich in den verschiedenen oppositionellen Kreisen engagieren, werden 50 000, die auf dem Wismarer Markt demonstrieren. Ganz offen. Die freie Journalistin Nicole Hollatz hat die ganz persönlichen Erinnerungen der Wismarer an ihren „heißen Herbst“ aufgeschrieben. Entstanden ist ein ganz intimes Buch über das, was bis zum Dezember 1989 in Wismar geschehen ist."

 

Das Buch gibt es in den Wismarer Buchhandlungen und natürlich im Stadtarchiv.

Das Buch kostet 12,50 Euro.

Lesegärten 2014

3bswSchlüpfrige Buchpremiere zu den 6. Lesegärten

 

Auch das Stadtarchiv hat einen Garten! Dort wird es am 31. August "schlüpfrig". Stadtarchivar Dr. Nils Jörn lädt zusammen mit Archiv und Archivverein zur Buchpremiere im Rahmen der 6. Wismarer Lesegärten. Band II der "Hexen, Huren und Henker" - des ungewöhnlichsten Wismarer Geschichtsbuch - wird dann druckfrisch zu haben sein. Nils Jörn liest natürlich aus dem Buch und wird es gerne signieren. Denn bei den Recherchen zum ersten, fast ausverkauften Band hat er so viel zu diesen Randgruppen in Wismar gefunden, dass schnell klar war, diese Geschichten passen nicht in ein Buch. Dank Druckkostenspende der Firma HW Leasing hilft auch der Verkaufserlös daraus dem Archivverein, wertvolle Urkunden aus dem Stadtarchiv zu restaurieren.

Von 15 bis 18 Uhr wird im Garten des Stadtarchivs gelesen - der Eingang geht durch den Torbogen in der Gerberstraße. Jeweils zur vollen Stunde beginnt die Lesung. Der Eintritt ist frei, Getränke gibt es vor Ort. Dazu wird auch der Verkaufsstand des Archivvereins die Reproduktionen der historischen Postkarten und Plakate anbieten.

 

Das Buch gibt es danach in allen gut sortierten Wismarer Buchhandlungen und direkt im Stadtarchiv.

Theaterbuch

ChristianRoedig WismarsTheaterlebenNeues Buch aus Wismarer Geschichte

Wismars Theaterleben zwischen Beifallsstürme, Hochrufe und Lorbeerkränze

 

Über Wismars Theaterleben vom Kaiserreich zur Weimarer Republik schreibt Christian Roedig im neusten Buch aus der Geschichte der Hansestadt. Das Buch ist im lokalen Buchhandel und direkt im Archiv für 15 Euro käuflich zu erwerben.

Damit ehrt die Stadt einen großen Wismarer, den die meisten (noch) nicht kennen werden. „Mein Onkel“, erzählt der Autor Christian Roedig, Gymnasiallehrer und Herausgeber von Schulbüchern, Geschichtswerken und didaktischen Hilfsmitteln. Wie ein Würzburger dazu kommt, einem Wismarer viel Recherche und als Ergebnis ein ganzes Buch zu widmen, dass dann noch vom Wismarer Archivverein als so interessant empfunden wird, dass der Druck ermöglicht wird, ist einfach.

Von 1913 bis 1920 wurde das Wismarer Schauspielhaus – damals noch als imposanter Bau an der Mecklenburger Straße – von einem homosexuellen Paar geleitet. „Heinrich Alberts, mein Onkel, war damals 27 Jahre alt“, erzählt der Buchautor. Ein „Familiengeheimnis“ umgab den Bruder seiner Großmutter väterlicherseits. Mit Fritz Bartsch an seiner Seite wurde aus dem „Provinztheater“ eines mit Sommer- und Winterspielzeit, dazu mit einer Naturbühne am Wendorfer Strand. Und das mitten im ersten Weltkrieg. „Ich habe mich mit der Biografie von Alberts beschäftigt und bin auf sein tragisches Lebensschicksal gestoßen. Zuletzt war er 1935 Schauspieldirektor in Kiel. Dort wurde er von der Bühne weg von der Gestapo verhaftet“, fasst Christian Roedig zusammen. Am 18. Dezember erfolgte seine Überführung nach Berlin-Moabit, wo er sich - als Homosexueller verfemt und entrechtet - am 23. Dezember 1935 das Leben nahm. Einen Tag vor Heilig-Abend.
„In Kiel wird im März ein Stolperstein vor der Staatsoper für ihn verlegt“, so Christian Roedig. In Wismar wird das Buch helfen, die Erinnerung an den Mann aufrecht zu halten. „Nur wenige Fälle von Verfolgung durch die Nationalsozialisten aufgrund von Homosexualität sind so gut dokumentiert“, erzählt Christian Roedig.NHTheatergeschichte3Klein

Ihm ist es allerdings nicht allein darum gegangen, ihn als Opfer zu zeigen, sondern besonders als Schauspieler und Theatermann. Er hat den Lebensweg seines Onkels in den Archiven nachverfolgt, war im Bundesarchiv, im Heidelberger und Wismarer Archiv beispielsweise. „In Wismar habe ich einen einmaligen Fund gehoben - in keinem anderen Archiv habe ich so viel über das Theater vor Ort gefunden wie in Wismar“, ist er immer noch begeistert. „Es ist unbestritten, dass die beiden in Wismar ihre glücklichste und erfolgreichste Zeit verbrachten.“

In der Familie Roedig waren die Zusammenhänge unbekannt, Christian Roedig wusste nur, dass der Großmutter von der Gestapo verboten wurde, über den Vorfall zu sprechen. „Man hat ihr gesagt, er war kriminell und hatte Schulden. Sie hat sehr unter seinen Selbstmord gelitten“, so Christian Roedig.

Sieben intensive Jahre Wismarer Theatergeschichte mit der Geschichte über einen vielseitigen Charakterdarsteller und mutigen Theaterdirektor, der auch dem Streit mit den Nationalsozialisten nicht aus dem Weg geht.

 

Infokasten:

Möglich gemacht wurde das Buch dank einer Druckkostenspende vom Wismarer Archivverein, der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar und des Unternehmens „Bauer-Immobilien“.Wir danken, dass so Wismarer Geschichte am Leben erhalten werden kann.

 

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