2020 - 5 - Gotisches Viertel

14. April 1945: Bomben auf das „Gotische Viertel“. Bedeutung – Zerstörung – Mythos

 

Fünf Luftminen wurden am 14. April 1945 zwischen 23.05 und 23.50 Uhr von der britischen Royal Air Force über Wismar abgeworfen. Die Folgen der Treffer sind bis heute im Stadtbild sichtbar, bleiben spürbar in einer ansonsten hervorragend erhaltenen Altstadt, die – zusammen mit der Hansestadt Stralsund – 2002 in das UNESCOWelterbe aufgenommen worden ist.

 

Der 75. Jahrestag bietet den Anlass für diese kleine Ausstellung, die das sog. Gotische Viertel genauer in den Blick nimmt: Erscheinungsbild und Bedeutung des Stadtraumes um die mittelalterlichen Pfarrkirchen St. Marien
und St. Georgen, die einzelnen Gebäude und ihre Funktionen sowie die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Für die Präsentation wurden zahlreiche Informationen und Fakten zusammengetragen, Zeitzeugen befragt und deren Aussagen ausgewertet. Die Grundlage bildet die umfangreiche und äußerst vielfältige Fotosammlung des Archivs der Hansestadt Wismar, die einen detaillierten Blick auf und in das Gotische Viertel ermöglicht.


Darüber hinaus lassen sich die Gebäude anhand schriftlicher Quellen sowohl mit der historischen Entwicklung der Stadt als auch mit Personen verknüpfen, die dort wohnten und arbeiteten (z. B. Baumeister, Pastoren, Archidiakone, Stadtmusikdirektoren etc.). Ziel ist es, die Kenntnisse über das „Gotische Viertel“ zu vertiefen und damit einen Beitrag zur Diskussion um die zukünftige Stadtentwicklung zu leisten.

 

Diese Ausstellung hat das „Gotische Viertel“ bis 1945 zum Thema. Der Zeit danach und insbesondere der Sprengung der Marienkirche im August 1960 widmen wir eine eigene Ausstellung, die im Anschluß zu sehen sein wird.