2016 - 12

Wismars „Verlorene Gebäude“ im StadtarchivKarte VorneKl

 

„Verlorene Gebäude“ heißt die Ausstellung, die am 5.12. um 19 Uhr im Wismarer Stadtarchiv eröffnet wird. Gezeigt werden aktuelle Fotografien aus Wismar, die zum Teil mittlerweile längst Geschichte sind. Eben „verlorene Gebäude“. Die alte Berufsschule am Friedenshof I ist längst abgerissen, das ehemalige Krankenhaus am Dahlberg ist nach einem Brand schwer beschädigt, die lang schon leer stehende Jugendarrestanstalt in der Altstadt kennt kaum ein Wismarer von innen, die Speicher am Alten Hafen verändern sich durch die Bauarbeiten – die ambitionierten Hobbyfotografen aus dem Fotokurs in der Medienwerkstatt im Filmbüro MV waren in einigen dieser Gebäude – jeweils mit Erlaubnis und Schlüssel – und durften fotografieren. Mit Nicole Hollatz als Kursleiterin haben sie die besonderen Orte mit ihrer ganz eigenen Magie erlebt und jeder auf seine Art und Weise festgehalten. „Ich selbst liebe es, in solchen Häusern fotografieren zu dürfen. Man fühlt sich wie ein Entdecker, wie ein Schatzsucher auf den Spuren der Vergangenheit“, erzählt OZ-Journalistin Nicole Hollatz, die seit einigen Jahren die Fotokurse für Jugendliche und Erwachsene im Filmbüro gibt.

Die Auswahl bei elf Fotografen und einer langen Liste mit Orten, in denen sie in den vergangenen Monaten zur Vorbereitung der Ausstellung waren, fiel schwer. Nicole Hollatz schmunzelt: „Viele sind seit Jahren im Fotokurs und fotografieren seit Jahrzehnten. Rein technisch gesehen kann ich ihnen nicht mehr viel beibringen.“ Ganz ehrlich und vielleicht auch ein bisschen stolz fügt sie hinzu: „Da sind Aufnahmen dabei, die sich durchaus mit denen eines Profis messen können, die vielleicht sogar eine Spur besser als die manch eines Profis sind!“ Faszinierend sind auch die verschiedenen Handschriften der Ausstellenden. Eine alte Kanne in einem der Speicher am Alten Hafen, dreifach aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert und unterschiedlich nachbearbeitet und jedes für sich reizvoll. Nicht ohne der eigene Anspruch der Kursteilnehmer. Einerseits müsse man dokumentieren, müsse zeigen, wie das Gebäude aussah, gerade wenn man wie im Falle der ehemaligen Berufsschule weiß, dass drei Tage später der Bagger anrückt. Daneben der künstlerische Anspruch an eine Fotografie, bei dem es mehr um Emotion und Inhalt als um Schärfe oder das Abbilden der Wirklichkeit geht. Den Hobbyfotografen ist das, so Nicole Hollatz, gelungen.

 

Birgit Hame, Carsten Möhring, Gerda Eick, Gerhard Schulz, Katharina Belwe, Klaus Kaufhold-Belwe, Petra Kolm, Steffi Korsch, Thomas Strebhardt und Torsten Schimkus stellen zusammen mit ihrer AG-Leiterin aus.

Gezeigt werden unter anderem Aufnahmen aus den Silos am Hafen, aus dem Dahlberg-Krankenhaus, der Jugendarrestanstalt, dem Leichenwärterhaus auf dem Friedhof, der Klußer Mühle und der Berufsschule.

Zur Ausstellung wird Günther Faust als bekannter Denkmalpfleger sprechen.

Der Eintritt zur Eröffnung und dem Vortrag von Günther Faust kostet drei Euro zugunsten des Archivvereins, die Ausstellung ist bis 31. Januar zu sehen zu den normalen Öffnungszeiten im Stadtarchiv (dienstags und mittwochs von 9 bis 15.30 Uhr, donnerstags bis 17.30 Uhr).